Augenoperationen im Überblick

Katarakt-Operation

Bei einer Katarakt Augenoperation wird eine Linsentrübung behandelt. Meist handelt es sich hierbei um eine altersbedingt notwendige Augenoperation. Dem Patienten erscheint die gesamte Umwelt matt, farblos und leicht verzerrt. Die Kataraktoperation ist mittlerweile einer der häufigsten operativen Eingriffe am Auge. Die Behandlung wird als sehr effektiv eingestuft und kann durchaus ambulant vorgenommen werden.

Bei dieser Art der Augenoperation wird die getrübte Linse entfernt und durch eine Intrakokularlinse ersetzt. Die Brechkraft der künstlichen Linse wird vor der Augenoperation genau berechnet und dem Auge des Patienten angepasst. In den meisten Fällen wird empfohlen, dass die Augenoperation zunächst nur an einem Auge erfolgt. Ist auch das andere Auge betroffen, so kann es gegebenenfalls später operiert werden.

Glaukom-Operation

Mit  einer Glaukom-Operation, auch als "grüner Star" bezeichnet, soll ein Absenken des Augeninnendrucks erreicht werden. Der erhöhte Augeninnendruck resultiert aus einem Ungleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss des Kammerwassers. Die Erkrankung ist zunächst aber auch medikamentös mit Augentropfen behandelbar.  

Erst wenn die Augentropfen nicht mehr helfen oder die Medikamente nicht vertragen werden, dann wird vom Arzt eine Operation empfohlen.

Die Augenoperation ist deshalb notwendig, da sonst der Sehnerv und die Netzhautzellen geschädigt werden können. Problematisch beim Glaukom ist das schleichende Nachlassen der Sehkraft. Oft bemerken die Patienten das Fortschreiten der Erkrankung nicht, und  die Augenoperation wird erst sehr spät durchgeführt. Allen Menschen ab dem vierzigsten Lebensjahr wird deshalb eine Vorsorgeuntersuchung empfohlen, dabei misst der Arzt auch den Augeninnendruck.

Hornhaut-Chirurgie

Die Hornhaut-Chirurgie umfasst ein breites Feld an Augenoperationen. Mittlerweile existieren sehr viele chirurgische Methoden, um die Brechkraft der Hornhaut günstig zu beeinflussen. Man unterscheidet die Keratoplastik, die Keraprothese, die Keratomie, die Epikeratophakie, die Keratophakie und die Keratomilieusis.  


Die Keratoplastik ist der am häufigsten durchgeführte Transplantationseingriff am Auge. Dabei wird die Hornhaut eines Spenders eingesetzt.

Die Keratoprothese ist eine Augenoperation, bei der eine Kunststoffprothese implantiert wird und vor allem nach Verbrennungen und Verätzungen sinnvoll sein kann.

Während bei der Keratotomie eine Veränderung in der Wölbung der Hornhaut herbeigeführt werden soll, wird bei der Epikeratophakie eine Spenderhornhaut als Sammel- oder Zerstreuungslinse eingesetzt.

Bei der Keratophakie wird eine Sammellinse aus einer Spenderhornhaut hergestellt.

Bei der Keratomilieusis wird die Hornhaut abgeschliffen. Dabei werden dem Auge oberflächliche Hornhautschichten entnommen und eingefroren, um dann im gefrorenen Zustand geschliffen zu werden

Refraktive Chirurgie

Die "Refraktive Chirurgie" dient zur Verbesserung der Sehkraft. Unter diesem Oberbegriff  werden Augenoperationen zusammengefasst, die die Gesamtbrechkraft des Auges verändern und so konventionelle optische Korrekturen wie Brillen oder Kontaktlinsen ersetzen oder deren benötigte Stärke zumindest deutlich reduzieren sollen. Mit diesen Verfahren können Kurz-, Weitsichtigkeit sowie Astigmatismus (sog. Brennpunktlosigkeit) korrigiert werden.

Die Erwartung an das Operationsergebnis sind sehr individuell und von Patient zu Patient unterschiedlich. Sie müssen im Vorfeld detailliert mit dem behandelnden Arzt besprochen und auf die Bedürfnisse und den Lebensstil des Patienten abgestimmt werden.  

Netzhaut-Chirurgie

Die Netzhaut ist die aus Lichtsinneszellen und Nervenfasern bestehende innere Schicht des Augapfels. Die Netzhaut steht mit dem Glaskörper in enger Beziehung. Bei Erkrankungen der Netzhaut ist der Glaskörper häufig ebenso betroffen. Eine Augenoperation im Bereich der Netzhaut wird dann erforderlich, wenn sich die Gefäße verändert haben oder die Durchblutung der Netzhaut nicht mehr einwandfrei funktioniert.

Für diese Auswirkungen verantwortlich ist oftmals eine Verkalkung oder eine bestimmte Form des Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit). Wenn Lichtblitze im Sichtfeld der Patienten auftreten oder das Sichtfeld insgesamt eingeschränkt erscheint, dann ist es durchaus angezeigt zum Arzt zu gehen, denn meist verläuft die Netzhautablösung schmerzfrei und unmerklich.

Eine Augenoperation an der Netzhaut wird mikrochirurgisch vorgenommen, mit Hilfe der modernen Lasertechnik kann die Operation am Auge sehr schonend durchgeführt werden.

Strabismus-Chirurgie

Strabismus bezeichnet eine Fehlstellung der Augen, die das typische Schielen verursachen. Mehrere Millionen Menschen leiden unter Strabismus, denn diese Erkrankung hat neben ästhetischen Gesichtspunkten auch Sehbeschwerden wie Augenschmerzen oder Doppeltsehen zur Folge.

Wenn die Amblyopiebehandlung, also das wechselseitige Abkleben der Augen zum Training des schwächeren Auges, nicht hilft, ist eine Augenoperation vielfach unerlässlich. Die Fehlstellung der Augen wird durch eine Augenoperation an den äußeren Augenmuskeln zu beseitigen versucht. Oft ist diese Art der Augenoperation hilfreich um weitere Maßnahmen gegen das Schielen einzuleiten. Der Einsatz einer Brille wird durch die Strabismus-Chirurgie nicht überflüssig, Brechungsfehler bleiben trotz der Augenoperation bestehen. Auch die eigentliche Sehschwäche wird nicht durch die Augenoperation beseitigt, dazu sind weitere augenärztliche Behandlungen notwenig. Die Strabismus-Chirurgie zur Korrektur des Schielens ist eine risikoarme Augenoperation und wird bei jungen Patienten durchgeführt. Die Erfolgsaussichten stehen sehr gut.

Okuloplastik (rekonstruktive und ästhetische Lidchirurgie)

Die Okuloplastik bezeichnet ein Operationsverfahren zur Korrektur der Lidhaut oder zur Korrektur einer Fehlstellung der Lider.

Diese Art der Augenoperation dient zur chirurgischen Wiederherstellung von Augenlidern.
Diese können von Geburt an, aus Altersgründen oder durch einen Unfall deformiert sein.

Zur Okuloplastik zählt darüber hinaus die Faltenentfernung rund um das menschliche Auge.
Auch Tränensäcke können mit Hilfe dieser Augenoperation entfernt oder deutlich verringert werden.

Medizinisch indiziert sind zudem Eingriffe bei verstopften Tränenkanälen, Tumorbehandlungen oder Augenprothesen. Eine Augenoperation zur Behandlung von Krebsleiden an Orbita und Lid zählen auch zum Gebiet der Okuloplastik.
Ein Teilgebiet ist die Blepharoplastie, mit zahlreiche Operationsverfahren zur Korrektur der Lidhaut oder Lidstellung. Mehr zu diesem Thema...