Wer behandelt die Arthrose?

Die erste Anlaufstelle ist meist der praktische Arzt. Nicht immer kann jedoch ein einziger Arzt die Arthrose erfolgreich behandeln. Der Ausschluss einer entzündlich rheumatischen Erkrankung erfolgt durch den niedergelassenen rheumatologischen Facharzt, oder durch eine Spezialambulanz für Rheumakranke im Krankenhaus. Kommen orthopädisch-chirurgische Therapiemaßnahmen in Betracht, so wird ein orthopädischer Facharzt herangezogen.

 

WELCHE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN GIBT ES?

Die Arthrose ist leider nicht heilbar und eine Wiederherstellung in ein anatomisch und funktionell intaktes Gelenk wie vor Beginn der Erkrankung ist derzeit noch nicht möglich. ABER – wie bereits erwähnt- die Arthrose ist sehr gut behandelbar. Ziel der Therapie ist die Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung der Gelenke und der Versuch, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

WAS KANN MAN TUN?

Es stehen folgende Maßnahmen zur Verfügung:

Basismaßnahmen

Basismaßnahmen sind ein wesentlicher Teil einer erfolgreichen Arthrosetherapie
Hier ist Ihre Mithilfe gefragt!

Durch die Änderung des Lebensstils in Richtung einer gesunden Ernährung, mehr körperliche Bewegung und Beseitigung von Risikofaktoren, kann bereits ein erster wichtiger Schritt zur Bekämpfung der Arthrose gesetzt werden.Besonders wichtig ist es, etwaiges Übergewicht zu reduzieren. Das führt nämlich bei allen Arthrosen im Bereich der tragenden Gelenke (Knie, Hüfte) zu einer Verminderung der Beschwerden.
Natürlich liefert auch die richtige Ernährung einen wichtigen Beitrag in der Therapie der Arthrose. Entgegen vieler Meinungen gibt es keine so genannte “Rheumadiät”. Durch eine einseitige Ernährung werden viel zu wenig Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe aufgenommen. Die meisten Diäten führen deshalb zu einer Mangelernährung und können auf Dauer nicht empfohlen werden.

Seit langem ist aber bekannt, dass die so genannte “Mittelmeerdiät” auf Patienten mit Arthrosen einen positiven Einfluss hat. Dies gilt nicht nur für Menschen, die in Südeuropa leben, sondern auch für jene in Mittel- und Nordeuropa. Bei der Mittelmeerdiät stehen reichlich Obst, Gemüse, Getreide, Fisch und ungesättigte Fettsäuren, z.B. in Form von Olivenöl, auf dem Speiseplan. Auch eine Umstellung zu mehr sitzenden Tätigkeiten, z.b. beim Bügeln, die Vermeidung von Kälte und Feuchtigkeit, sowie das Tragen wärmender Kleidung wirken sich positiv aus.

Bei einer Arthrose der Knie-, Schulter- oder Hüftgelenke:

Viel bewegen, ohne die Gelenke zu stark zu belasten (z.B. Schwimmen, Walken, Radfahren).
Gelenkumgebenden Muskulatur mit gezielten Übungen stärken.
Übergewicht reduzieren.

Bei einer Arthrose der Finger- oder Zehengelenke:

Regelmäßige Bewegungsübungen machen, um die Beweglichkeit der Gelenke langfristig zu erhalten.
Finger oder Zehen in warmem Wasser baden, um die Schmerzen zu lindern.
Finger oder Zehen dehnen und strecken bis zur Schmerzgrenze.

Bei einer Arthrose der Wirbelgelenke:

Rumpfmuskulatur (Rücken- und Bauchmuskeln) stärken und dehnen.
Schmerzende Rückenmuskulatur durch Wärme (z.B. Wärmflasche) entspannen.

Therapeutische Maßnahmen

Zur medikamentösen Behandlung der Arthrose stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung:
DIACEREIN

Der Wirkstoff Diacerein wird aus dem subtropischen Liliengewächs Aloë gewonnen und blockiert die Bildung des Botenstoffes Interleukin-1, der nach abgesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der Arthrose spielt.

Diacerein ist in Kapseln enthalten und sollte über einen Zeitraum von mehreren Monaten zweimal täglich eingenommen werden.

HYALURONSÄUREPRÄPARATE

Hyaluronsäure ist ein wesentlicher Bestandteil der Gelenksmatrix. Sie fungiert als “Gleitmittel”, wenn die Bewegungen langsam ablaufen, und als “Stoßdämpfer” bei schnellablaufenden Bewegungen.

Hyaluronsäure-Präparate werden direkt in die erkrankten Gelenke gespritzt. Sanfte Sportarten, wie zum Beipiel Golfen, sind dann wieder leicht möglich.

GLUCOSAMINSULFAT UND CHONDROITINSULFAT

Glucosaminsulfat und Chondroitinsulfat sind natürliche Bausteine des Knorpelgewebes. Glucosamin kommt in geringen Mengen in der Nahrung vor und wird auch von Knorpelzellen hergestellt. Seine Hauptaufgabe ist es, die Produktion langkettiger Zuckermoleküle – der sogenannten Glucosaminoglykane anzuregen. Diese werden bei der Bildung von Knorpelgewebe benötigt. Chondroitin ist ein Mucopolysacharid (Zuckermolekül), das durch sein hohes Wasserbindungsvermögen die Elastizität und Geschmeidigkeit des Knorpelgewebes beeinflusst.

Glucosaminsulfat und Chondroitinsulfat werden ebenfalls in Form von Kapseln eingenommen.

Meist ist es durch die Kombination von medikamentösen Maßnahmen, der “richtigen” Ernährung, einer regelmäßigen Bewegungstherapie und durch physikalische Maßnahmen möglich, eine Linderung der Schmerzen zu erreichen und ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Operative Maßnahmen

Welche operativen Maßnahmen gibt es?

Gelenk erhaltende Eingriffe

Dabei handelt es sich um Operationen, bei denen Achsenfehlstellungen der gelenkbildenden Anteile korrigiert werden oder andere, anlagebedingte oder erworbene Fehlstellungen des Gelenkes verbessert werden sollen.

Diese korrigierenden Operationen sollten möglichst frühzeitig durchgeführt werden, da der Erfolg umso größer ist, je weniger sich die Arthrose bis dahin entwickelt hat.

Gelenk ersetzende Eingriffe

Diese Behandlungsoption wird erst dann in Betracht gezogen, wenn wirklich alle anderen Therapiemaßnahmen bereits ausgeschöpft wurden, jedoch keinen entsprechenden Erfolg gezeigt haben (zum Beispiel bei stark eingeschränkter Lebensqualität durch anhaltende Gelenkschmerzen).