Meniskusverletzungen

Bei Verletzungen im Kniegelenk sind am häufigsten die Kreuzbänder, der Gelenkknorpel und die Menisken betroffen. Ein verletzter, eingerissener Meniskus ist meist nicht in der Lage von sich aus zu heilen.


Wie funktioniert der Meniskus?
Im Kniegelenk befinden sich zwei Menisken, die zahlreiche und wichtige Funktionen erfüllen. Es handelt sich dabei um halbmondförmige Knorpelscheiben, die zwischen dem Oberschenkel (Femur) und dem Unterschenkel (Tibia) eingelagert sind:

- Sie helfen, das Körpergewicht auf die größere Fläche des Unterschenkels zu verteilen.
- Sie wirken als Stoßdämpfer und  tragen zur Stabilisierung des Kniegelenks bei.
- Sie helfen, die Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit) auf den Knorpelflächen von Unter- und Oberschenkelknochen zu verteilen.

Im Normalfall sind die Menisken sehr robust. Wenn sie jedoch überdehnt oder zu stark belastet werden, kann dies zum Einreißen des Meniskus führen.
Die Behandlungsmöglichkeiten sind davon abhängig, in welchem Bereich der Meniskus verletzt ist. Bei Verletzungen im äußeren, gut durchbluteten, Meniskusanteil, können Risse evtl. mit Hilfe einer Naht oder einer Fixierung repariert werden. Der Arzt kann den Meniskus somit erhalten. 
Etwa 80% der Meniskusverletzungen betreffen allerdings den inneren, nicht durchbluteten Anteil, wo eine Heilung nach einer Refixierung erfahrungsgemäß sehr schwierig ist.

Behandlungsmöglichkeiten
Für die Behandlung des Meniskus in einem nicht durchbluteten Bereich gibt es bisher nur eine chirurgische Möglichkeit: das beschädigte Gewebe wird im Zuge einer teilweisen Entfernung des verletzten Meniskusbereichs (Meniskektomie) entnommen. Es wird dabei versucht den Meniskus nur teilweise zu entfernen, um möglichst viel funktionstüchtiges Meniskusgewebe zu erhalten.
Durch die Entfernung von Meniskusanteilen verändert sich jedoch immer Druckverteilung im Gelenk. Diese erhöhte Druckbelastung im verringerten Kontaktbereich der Knorpelflächen kann zu degenerativen Veränderungen im Gelenkknorpel führen. Schmerzhafte Gelenkentzündungen verbunden mit einem vorzeitigen Gelenkverschleiß sind die Folge, die bisweilen auch einen totalen Kniegelenksersatz mittelfristig unumgänglich machen.  
Das gewachsene Bewusstsein für diese etwaigen mittel-und langfristigen Folgen der teilweisen Entfernung des Meniskus führte zu der Forderung nach einem geeigneten Ersatzmaterial, einem Implantat, das die Funktion des verloren gegangenen meniskusgewebes übernehmen kann.

Welcher der oben angeführten Therapieansätze beim jeweiligen Patienten zur Anwendung kommt muss vom behandelnden Arzt von Fall zu Fall individuell entschieden werden.